Dunkle Wolken über Rap-Mogul P. Diddy - die Vorwürfe sind ekelhaft (2024)

USA fragt: „Diddy Do it?“: Sechs Verfahren gegen Rap-Mogul P. Diddy - die Vorwürfe sind ekelhaft

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  • FOCUS-online-Korrespondentin Sandra Ward (USA)

Montag, 29.04.2024, 16:27

Sean Combs gelang ein kometenhafter Aufstieg in der Hip-Hop-Industrie. Doch nun scheint die Karriere von P. Diddy steil bergab zu gehen. Die Anschuldigen reichen von Vergewaltigungen bis zu Sex-Trafficking für elitäre Partys. Das FBI hat seine Anwesen gestürmt, sechs Gerichtsverfahren laufen. Diddys Anwälte sprechen von einer Hexenjagd.

Wer ist Sean Combs aka P. Diddy?

Sean John Combs zählt zu den einflussreichsten US-Musikern und Hip-Hop-Produzenten aller Zeiten. Er wurde 1969 in Harlem geboren. Seine Mutter war Model, sein Vater diente in der US-Air Force und arbeitete später für den Drogenhändler Frank Lucas. Als Kind besuchte Combs eine katholische Jungenschule und war jahrelang Messdiener. Dort erhielt er auch den Spitznamen „Puff“, da er oft schnaubte ("to puff" auf Englisch), wenn er sich ärgerte.

Im Laufe seiner Karriere wechselte er seine Künstlernamen von Sean Love Combs zu Puff Daddy, Puff, Puffy, Love, P.Diddy und Diddy. Nach der High School studierte er an der renommierten Schwarzen-Universität Howard, brach sein Wirtschaftsstudium jedoch nach vier Semestern wieder ab.

Wann wurde P. Diddy reich und berühmt – und wie?

P. Diddy begann seine Karriere 1990 bei dem New Yorker Plattenlabel „Uptown Records“ als Praktikant und wurde dort nach kurzer Zeit Talentdirektor. Drei Jahre später gründete er sein eigenes Label „Bad Boys Records“, das Stars wie Usher, Mary J. Blige, Notorious B.I.G. und Lil’ Kim hervorbrachte.

Erst 1997 startete er seine eigene Rapper-Karriere unter dem Namen Puff Daddy. Seine erste Single wurde ein Riesenhit: „Can’t Nobody Hold Me Down“ hielt sich 28 Wochen in den Billboard Hot 100 Charts. Sein Debut-Album „No Way Out“ wurde für fünf Grammys nominiert und gewann 1998 den Grammy als bestes Rap-Album.

Im gleichen Jahr gründete er die Modemarke Sean John und später das Spirituosengeschäft „Combs Wines and Spirits“ mit der Wodka-Marke Ciroc und der Tequila-Marke DeLeon. Zudem wurde P. Diddy Hauptanleger bei Revolt TV sowie bei Aquahydrate, einem Erfrischungsgetränk für Sportler. Sein Gesamtvermögen wird auf 900 Millionen Dollar geschätzt.

Welche Beziehung hatte P. Diddy zu früheren Jungstars wie Usher und Justin Bieber?

Auf den Rat seines Produzenten LA Reid wohnte Usher 1994 ein Jahr lang bei P. Diddy in New York. Er war damals 13 Jahre alt. Im „Rolling Stone Magazine“ nannte Usher die Zeit „die schwersten Tage meines Lebens“ und erinnerte: „Da waren immer Mädchen. Man öffnete eine Tür und sah mehrere Menschen bei einer Orgie. Man wusste nie, was passieren würde.“ Auf die Frage des Radio-Moderators Howard Stern, ob er sein eigenes Kind ins „Camp Puffy“ schicken würde, antwortete er: „Hell no!“

Im gleichen Zusammenhang sorgt nun auch ein altes Video für Aufruhr, in dem P. Diddy dem damals 15-jährigen Popstar Justin Bieber ein Cabriolet schenkt. „Er verbringt 48 Stunden bei mir“, sagt der 40-Jährige in die Kamera. „Wo wir sind und was wir da machen, können wir nicht verraten.“ Bieber lächelt verlegen. In einem anderen Clip, das ein paar Monate später aufgenommen wurde, raunzt P. Diddy den Teenager an: „Du rufst mich nicht mehr an und wir hängen gar nicht mehr ab so wie früher!“ Verunsichert weicht Bieber einige Schritte zurück und stottert etwas über Agenten und seine Telefonnummer.

Über US-Korrespondentin Sandra Ward

Dunkle Wolken über Rap-Mogul P. Diddy - die Vorwürfe sind ekelhaft (2)

Sandra Ward

Nach ihrem Volontariat als Rundfunkjournalistin studierte Sandra Ward in Erlangen Anglistik und Amerikanistik. Sie lebt seit 1997 in den USA, wo sie auch an verschiedenen Universitäten als Privatdozentin tätig ist. Für FOCUS online berichtet sie seit 2020 aus den Vereinigten Staaten von Amerika.

Was wird P. Diddy vorgeworfen?

Die Vorwürfe gehen bis in die neunziger Jahre zurück und lauten: sexueller Missbrauch, Vergewaltigungen und „Sex Trafficking“ – Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung. Die Sängerin Cassie und zahlreiche weitere Frauen klagen Combs an, er habe sie vergewaltigt und zum Sex mit anderen Männern gezwungen. Eine Frau wirft ihm vor, sie sei als 17-Jährige auf Partys des Rappers unter Drogen gesetzt und von mehreren Gästen vergewaltigt worden.

Auch Rodney Jones, ein früherer Mitarbeiter, wirft Combs vor, er habe ihn sexuell belästigt und bedroht. In seiner Klage heißt es, Combs habe Gäste zu Sex-Trafficking-Partys gelockt. Dafür habe Jones Beweismaterial. Daphne Joy, die Ex-Freundin des Rappers 50 Cent, behauptet ebenfalls, Combs habe sie missbraucht. Auf X (ehemals Twitter) droht 50 Cent nun mit der Produktion eines Dokumentarfilms namens „Diddy Do it?“ – ein Wortspiel aus P. Diddys Namen und der Frage „did he do it?“

Wie reagiert P. Diddy auf die Vorwürfe?

Über seine Anwälte wies der 54-Jährige sämtliche Vorwürfe zurück. In einem Statement im Dezember verkündete er: „Ich habe nichts von den schrecklichen Dingen getan, die mir unterstellt werden. Ich werde für meinen Namen, meine Familie und die Wahrheit kämpfen.“ Zu den Anschuldigungen seines Ex-Mitarbeiters im Februar meinte er: „Jones ist nichts anderes als ein Lügner, der mich um 30 Millionen Dollar verklagt, um dadurch schamlos an seine unverdiente Bezahlung zu kommen.“

Seine Anwälte sprechen von einer Hexenjagd und bekräftigen: „Wir haben überwältigende, völlig unbestreitbare Beweise, dass seine Anschuldigungen nichts als Lügen sind.“

Wo ist P. Diddy?

Eine Woche nachdem das FBI seine Villen in Los Angeles und Miami gestürmt hatte, meldete er sich zu Ostern auf Instagram zurück und postete Fotos seiner Tochter Love. Die Einjährige ist das jüngste seiner sieben Kinder. „Frohe Ostern von Baby Love“, schrieb der Hip-Hop-Mogul – deaktivierte jedoch die Kommentarfunktion. Seit den Razzien sieht man ihn kaum mehr öffentlich. Zuletzt wurde er Anfang April mit seinen 17-jährigen Zwillingstöchtern auf einem Golfplatz in Miami gesichtet, wo er für Paparazzi die Peace-Geste machte.

Wie ist der Stand der Ermittlungen, was kommt demnächst?

Laut US-Medienberichten waren die Razzien nur ein Teil der andauernden Sex-Trafficking-Ermittlungen aus New York. Aktuell laufen insgesamt sechs Gerichtsverfahren gegen ihn. Zudem befinden sich mehrere Dokumentationen über P. Diddy in Produktion. In naher Zukunft wird sich also zeigen, ob er auch im echten Leben ein „Bad boy for life“ ist und, ob er damit durchkommt.

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